16.03.2022

Bezirksregierung schafft Notunterkunft auf Messegelände Bad Salzuflen

Platz für 1.000 ukrainische Geflüchtete

Detmold (16. März 2022). Die Bezirksregierung Detmold richtet auf dem Gelände des Messezentrums Bad Salzuflen eine Notunterkunft für bis zu 1.000 geflüchtete Menschen aus der Ukraine ein. Von Donnerstagmittag an finden dort Geflüchtete vorübergehend Zuflucht. 

Ziel ist, die Menschen vor der akuten Obdachlosigkeit zu bewahren, sie zu verpflegen sowie eine erste medizinische Versorgung zu sichern. Die Bezirksregierung mietet hierzu eine Messehalle von der Eigentümergesellschaft des Messezentrums an.

Rund 250 ehrenamtliche Einsatzkräfte des Bevölkerungsschutzes des Kreises Lippe richten die Halle am Mittwochnachmittag her. Die Helfer werden von allen Kommunen im Kreis Lippe mobilisiert. Sie bauen die Schlafstätten auf, bereiten Verpflegungs- und Aufenthaltsbereiche vor und sorgen für die erforderliche Infrastruktur. Die Bezirksregierung hatte den Kreis Lippe zuvor gebeten, mit Einsatzkräften des Bevölkerungsschutzes zu unterstützen. 

„Landrat Dr. Lehmann und seine Mitarbeiter vom Bevölkerungsschutz und die Eigentümergesellschaft des Messezentrums waren spontan bereit, die Bezirksregierung bei der Errichtung dieser Notunterkunft zu unterstützen. Dafür möchte ich ihnen und insbesondere den ehrenamtlichen Einsatzkräften von Herzen danken, auch im Namen der vielen notleidenden Menschen“, sagt Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl.

Landrat Dr. Axel Lehmann erklärt: „Viele geflüchtete Menschen aus der Ukraine sind derzeit auf eine schnelle und unkomplizierte Hilfe angewiesen. Gerne unterstützen wir daher den Aufbau der ZUE in Bad Salzuflen mit allen nötigen Kräften.“

Die etwa 12.000 Quadratmeter große Halle des Messezentrums ist gut geeignet, um die Geflüchteten vorübergehend dort sicher unterzubringen. Sie bietet die nötigen Voraussetzungen für die Verpflegung sowie für die medizinische, psychologische und seelsorgerische Betreuung, die jetzt sukzessive aufgebaut werden. 

Zelte bilden „Dörfer“

In der Halle werden Zelte errichtet. Immer vier Zelte sind durch Trennwände zu einem „Dorf“ zusammengefasst. Diese Aufteilung der Schlaf-, Aufenthalts- und Sanitärräume erlaubt so viel Privatsphäre wie möglich. Ein Zelt wird mit acht bis zehn Personen belegt. Kinder bekommen einen Spielbereich mitsamt Spielzeug, zudem kann die Freifläche rund um die Halle genutzt werden. Die Verpflegung erfolgt im halleneigenen Restaurantbereich, das Essen wird angeliefert. Die Halle ist mit einem W-Lan-Netz versorgt. Die Unterkunft ist mit Waschmaschinen und Trocknern ausgestattet. 

Bürgerinnen und Bürger, die den Geflüchteten helfen möchten, sollen sich bitte an Hilfsorganisationen vor Ort wenden. Die Bezirksregierung bittet dringend darum, Sachspenden, wie Kleidung, Spielzeug oder ähnliches mit den Hilfsorganisationen abzustimmen und nicht zum Messezentrum zu bringen.

NRW bietet Geflüchteten Schutz

Die Bezirksregierung war vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) NRW am Montag darum gebeten worden, unverzüglich weitere Unterbringungsplätze für Geflüchtete zu schaffen. Das NRW-Innenministerium hatte zuvor den Weg freigemacht, Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes hierfür zu nutzen.

Die Bezirksregierung Detmold stellt derzeit in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) in Herford 800 Plätze für Geflüchtete aus der Ukraine zur Verfügung. In etwa vier Wochen sollen weitere 1.000 Plätze in der Dempsey-Kaserne in Paderborn geschaffen sein. 

Die ZUE Herford ist Stand Mittwoch, 16. März, mit rund 750 Personen belegt.