18.07.2022

Waldbrandgefahr: Überwachungsflüge starten

Detmold (18. Juli 2022). Trockenheit, Hitze und viel Totholz machen heimische Wälder derzeit zur Gefahrenzone. Die Regionalforstämter und der Deutsche Wetterdienst stufen die Waldbrandgefahr derzeit als erheblich ein. Das Ministerium des Inneren NRW hat deshalb am Montag, 18. August, angeordnet, die Wälder in Ostwestfalen-Lippe per Flugzeug auf mögliche Brände hin zu kontrollieren. Die ersten Flüge starten Dienstag, 19 Juli. 

 

Die Anordnung gilt je nach Wetterlage zunächst bis zum 20. Juli. Falls erforderlich, wird sie verlängert. Die Anordnung ist in Absprache der Bezirksregierung Detmold mit den Regionalforstämtern Ostwestfalen-Lippe und Hochstift des Landesbetriebs Wald und Holz NRW erfolgt. 

Je zwei Flüge sind für Dienstag und Mittwoch geplant: einer am Vormittag und einer am Nachmittag. Die Flugroute ist ein „zick-zack-Kurs“ über den Regierungsbezirk. Im Fokus stehen Gebiete rund um die Senne, große Moorflächen sowie alle Waldgebiete in Ostwestfalen-Lippe. „Überall gibt es viele abgestorbene Bäume oder solche, die vom Borkenkäfer geschädigt sind“, erläutert Philipp Mantel, Leiter des Dezernats für Gefahrenabwehr der Bezirksregierung.

Ziel der Überwachungsflüge ist, Informationen über Feuer in einem Wald oder Graslandgebiet möglichst schnell zu den jeweiligen Feuerwehrleitstellen der Kreise zu bekommen. „Zeit ist ein kritischer Faktor“, erläutert Mantel. Das speziell geschulte Flugpersonal könne Brände sehr früh erkennen und die Einsatzkräfte zügig aus der Luft zum Brandort leiten. Je schneller die Löscharbeiten beginnen, desto geringer ist der Schaden für Umwelt, Forstwirtschaft und Bevölkerung. 

Am Steuer des Überwachungsflugzeugs sitzt ein Pilot des Luftsportvereins Oerlinghausen. Seine Passagiere sind ein Mitglied einer heimischen Feuerwehr sowie ein Mitarbeiter des Regionalforstamts. Koordiniert werden die Flüge von der Bezirksregierung Detmold und dem Kreis Lippe. 

Eine frühe Branderkennung ist gut, eine Verhütung von Bränden ist besser. „Das Grillen und offene Feuer sind im Wald grundsätzlich verboten. Das gilt im Moment auch für das Rauchen“, sagt Ulrich Waschkowski vom Dezernat für Gefahrenabwehr. Spaziergänger sollten die Verbote in jedem Fall beachten. Und: „Versperren Sie mit Ihren Autos keine Waldwege und parken Sie nur auf befestigten Flächen, wie Schotter oder Asphalt.“

Hintergrund

Der so genannte Graslandfeuerindex ist wegen der seit Monaten andauernden Trockenheit in NRW auf einem hohen Niveau, ebenso wie der Waldbrandindex. Unter diesen Voraussetzungen können Waldbrandüberwachungsflüge durchgeführt werden. Die Kosten für die Flüge trägt das Land Nordrhein-Westfalen. Die letzten Überwachungsflüge in Ostwestfalen-Lippe gab es im August 2020, davor im Jahr 2011.