27.08.2021

Auslegung der Antragsunterlagen beginnt

Stemwede: Grundwasserentnahme aus der Gewinnungsanlage „Dielingen“

Detmold (27. August 2021). Die Bezirksregierung Detmold hat das förmliche Bewilligungsverfahren für die Grundwasserentnahme aus dem geplanten Brunnen 5 des Wasserwerks Dielingen eröffnet. Die Gemeinde Stemwede beabsichtigt demnach, die Gewinnungsanlage Dielingen um einen fünften Brunnen zu erweitern.

Gleichzeitig soll zur Deckung des gestiegenen Bedarfs die jährliche Entnahmemenge von derzeit 636.000 Kubikmeter auf 675.000 Kubikmeter erhöht werden. Das Wasser wird im Gemeindegebiet Stemwede als Trink-, Betriebs- und Feuerlöschwasser benötigt. Die Antragsunterlagen können öffentlich eingesehen werden.

„Die Bezirksregierung Detmold prüft das Vorhaben in einem bürgernahen und transparenten Verfahren. Dazu gehört insbesondere die Beteiligung der Öffentlichkeit“, erklärt Ann-Christin Thiele, zuständige juristische Dezernentin und Leiterin der Verfahrensstelle bei der Bezirksregierung.

Einsicht vor Ort nach Terminabsprache möglich

Die Antragsunterlagen liegen von Montag, 30. August, bis einschließlich Donnerstag, 29. September, bei den Gemeinden Stemwede und Bohmte aus. Aufgrund der Corona-Pandemie benötigen Besucherinnen und Besucher vorab einen Termin. Einwendungen können bis zum 13. Oktober erhoben werden. Zusätzlich zur Auslegung vor Ort werden die Planunterlagen im Internet, auch auf der Homepage der Bezirksregierung veröffentlicht. „Verfahrensrechtlich maßgeblich ist jedoch allein die Auslegung vor Ort“, betont Ann-Christin Thiele.

Einwendungen elektronisch oder schriftlich

Alle, die von dem Vorhaben betroffen sind, können bei der Gemeinde Stemwede, der Gemeinde Bohmte oder direkt bei der Bezirksregierung Detmold schriftlich oder zur Niederschrift Einwendungen erheben. „Die Erhebung einer Einwendung per E-Mail mit qualifizierter elektronischer Signatur oder als DE-Mail ist möglich. Eine Übermittlung per ‚einfacher E-Mail‘ ist nicht ausreichend“, erklärt Barbara Späth, verfahrensführende Sachbearbeiterin der Verfahrensstelle. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus den ortüblichen Bekanntmachungen der beiden Gemeinden, nachzulesen im Amtsblatt der Gemeinde Stemwede und im Aushang der Gemeinde Bohmte sowie auf den Internetseiten der beiden Gemeinden und der Bezirksregierung.

Details zum Vorhaben

Zur Versorgung der rund 4.000 Haushalte und der Unternehmen, die im Versorgungsgebiet liegen, betreibt die Gemeinde Stemwede über das etwa 390 Kilometer lange Versorgungsnetz die beiden Wasserwerke Dielingen und Destel. Mit dem Wasserwerk Dielingen werden circa 71 Prozent der Gesamtgemeinde versorgt. Im Einzelnen sind das die Ortsteile Arrenkamp, Dielingen, Drohne, Haldem, Wehdem, Westrup, Oppendorf und Oppenwehe. Auf das Wasserwerk Destel entfallen rund 21 Prozent. Dazu gehören die Ortsteile Destel, Levern, Niedemehnen, Sundern und Twiehausen. Bei einem Anschlussgrad von 99,5 Prozent werden derzeit im Versorgungsgebiet Dielingen 9.272 Einwohner mit Trinkwasser versorgt.

Die Errichtung des Wasserwerks Dielingen geht auf das Jahr 1973 zurück. Die Wassergewinnungsanlage mit vier Brunnen befindet sich westlich der Ortslage Dielingen in unmittelbarer Nähe der Landesgrenze zu Niedersachsen. Das 1983 erteilte Wasserrecht bezog sich auf die damals betriebenen Brunnen I, II, III und IV. Aufgrund von Alterungsprozessen wurden diese Brunnen sukzessive durch Ersatzbrunnen ersetzt.

Die Wasserversorgung war im Trockenjahr 2018 durch eine starke Beanspruchung des genutzten Grundwasserkörpers gekennzeichnet. Zur Verbesserung der gewinnbaren Gesamtfördermenge auch unter trockenen Bedingungen beabsichtigt die Gemeinde Stemwede den Betrieb eines zusätzlichen Brunnens im Bereich des Wasserwerks Dielingen.

Derzeit ist die Gemeinde Stemwede im Besitz einer bis zum 30. April 2044 befristeten Bewilligung über eine Fördermenge von 636.000 Kubikmetern. Zur Sicherstellung des gestiegenen Bedarfs sieht der mit der Gemeinde Stemwede abgestimmte Bedarfsnachweis für die Gewinnungsanlage Dielingen zukünftig eine jährliche Entnahmemenge von 675.000 Kubikmeter vor.