BEZIRKSREGIERUNG

DETMOLD

Die Übergabe des Förderbescheids durch Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling an die Bürgermeister Uwe Gockel (Bürgermeister der Gemeinde Borchen) und Stefan-Oliver Strate (Bürgermeister der Stadt Paderborn).

Förderung für das interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet in Borchen

Die Gemeinde Borchen erhält über 30 Millionen Euro Förderung um die Fläche „Im Klee“ zu erschließen, die im Regionalplan OWL als interkommunales Industrie- und Gewerbegebiet von überregionaler Bedeutung vorgesehen ist. Die geplanten Gesamtausgaben von rund 53,9 Mio. Euro werden durch eine Zuwendung von rund 33,5 Mio. Euro aus den Mitteln des Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramms NRW (Bund-Länder Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur) unterstützt. 

19.12.2025

Das Land Nordrhein-Westfalen betreibt eine aktive Struktur- und Industriepolitik, um Wachstumsimpulse zu setzen. Dazu gehört unter anderem, Flächen für die Ansiedlung und Erweiterung von Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Ziel dieser Standortentwicklung ist es, attraktive Ansiedlungs- und Erweiterungsflächen für Unternehmen anzubieten sowie durch deren Ansiedlung oder Erweiterung das örtliche Angebot an Arbeitsplätzen und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit vor Ort zu stärken.

 

Für die Ansiedlung von Industriebetrieben wird regelmäßig eine größere, zusammenhängende Fläche benötigt. Flächenintensive Ansiedlungsvorhaben von interessierten Unternehmen müssen daher im Rahmen aktiver Industriepolitik frühzeitig entwickelt und vorgehalten werden. Im Regierungsbezirk Detmold im Allgemeinen und im Kreis Paderborn im Besonderen sind nur wenige Flächenkontingente vorhanden, um derartige Ansiedlungen realisieren zu können. 

 

Die Förderung für das interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet hat die Gemeinde Borchen beantragt, die Stadt Paderborn wird sich an der Erschließung des Gebiets beteiligen. Die Fläche ist circa 36 Hektar (ha) groß und liegt im südlichen Bereich der Gemarkung Alfen zwischen der Landstraße L 756, der Kreisstraße K 21 und den Straßen „Judenweg“, „Am Kleeberg“ und dem „Schorenweg“. Die Planung und Umsetzung wird mit Unterstützung der Landesgesellschaft NRW.URBAN verfolgt.

 

Für das interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet wird die vorhandene Topografie in drei Plateaus erschlossen. Die geplante Aufteilung in verschiedene Plateaus bietet dabei die Möglichkeit, flexibel auf die variierenden Flächenbedarfe von Unternehmen zu reagieren und die Plateaus entsprechend auch in Teilflächen zu veräußern. Insgesamt entstehen circa. 29,8 ha Flächen zum Verkauf an Unternehmen, die sich „Im Klee“ ansiedeln wollen. Die übrigen Flächenanteile, wie beispielweise Plateaurampen oder Straßen, bleiben im öffentlichen Eigentum.

 

Teil der Förderung sind Ausgaben für Erschließungsmaßnahmen an den drei vorgesehenen Plateaus für Verkehrsanlagen zum Anschluss an das bestehende Verkehrssystem, Entwässerungskanäle, Notwasserkanäle und Versickerungsanlagen. Zudem werden Kosten für die Herrichtung von Ausgleichsflächen und verschiedener Baunebenkosten gefördert. Die beiden Kommunen nehmen die Erschließung in ihrer Kernverwaltung wahr, ohne eine besondere Gesellschaft des Privatrechts zu bilden. Hierzu wurde ein öffentlich-rechtlicher Vertrag geschlossen, unter anderem ist darin die Finanzierung geregelt, die durch die Gemeinde Borchen zu 64,27 Prozent und durch die Stadt Paderborn zu 35,73 Prozent getragen wird. 

 

Das nördliche Plateau 1 soll für die Ansiedlung von mittelgroßen Gewerbe- und Industriebetrieben dienen. Hierzu sind vier Teilgrundstücke von 1 ha bis 1,7 ha vorgesehen. Insgesamt entstehen auf diesem Plateau 5,58 ha Gewerbefläche für die Unternehmensansiedlung. Aufgrund der Erschließung mit einer Stichstraße ist hier die Ansiedlung mehrerer Betriebe mit durchschnittlichem Flächenbedarf möglich. Das mittlere Plateau 2 mit circa 14,95 ha ist als größte zusammenhängende Fläche für die Ansiedlung von flächenintensiven Unternehmen mit großen zusammenhängenden Produktionsprozessen vorgesehen. In der Flächenplanung sind hier zwei separate Grundstücke von 5 ha und 9 ha vorgesehen. Hiermit kann auf diesem Plateau insgesamt auch den Bedürfnissen der größten Ansiedlungsvorhaben entsprochen werden. Das südliche Plateau 3 ist unmittelbar an das Verkehrsnetz angeschlossen und soll mit Teilflächen von 2,1 bis 3,5 ha an Unternehmen veräußert werden. Dabei entstehen Gewerbeflächen von circa 8,75 ha.

 

Diese vielfältigen Flächenzuschnitte bieten Gelegenheit, den Anforderungen unterschiedlicher Produktionsprozesse und Wirtschaftszweige zu entsprechen. Gerade das größte Plateau 2 bietet Ansiedlungsmöglichkeiten für großflächige Industrie, die im Regierungsbezirk Detmold anderweitig nur schwer umsetzbar sind.

 

Stimmen zur Förderung für das interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet in Borchen

 

Mona Neubaur, Wirtschaftsministerin:

„Mit der Fläche ‚Im Klee‘ entsteht in Borchen eines der wichtigsten Industrie- und Gewerbegebiete in Ostwestfalen-Lippe. Diese Entwicklung lobe ich gerne über den sprichwörtlichen grünen Klee – denn hier investieren wir in echte Zukunftschancen für die Region. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Erschließung dieser überregional bedeutsamen Fläche mit 33,5 Millionen Euro aus der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur. Das ist gut und nachhaltig investiertes Steuergeld von Bund und Land im Kreis Paderborn. 

Der Kreis Paderborn ist erst seit 2022 im GRW-Fördergebiet – der Gebietskulisse für Förderungen aus der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur. Gemeinsam mit der Region OWL, der Gemeinde Borchen und der Stadt Paderborn nutzen wir diese Chance entschlossen, um industrielle Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze zu ermöglichen. Auf rund 35 Hektar entstehen dringend benötigte, zusammenhängende Flächen für Industrie- und Gewerbeansiedlungen. Solche Areale sind im Regierungsbezirk Detmold rar – umso wichtiger ist es, dass wir sie frühzeitig entwickeln und für Unternehmen bereitstellen. Dass Claas sich am Ende nicht weiter für die Fläche und eine Ansiedlung interessiert hat, bedauern wir. Zugleich bleibt Im Klee eine hochattraktive Fläche für Unternehmen, die sich klar zum Standort NRW bekennen und eine verlässliche Perspektive bieten. Wir sind zuversichtlich, dass wir Partner gewinnen werden, die in jeder Hinsicht gut zu unserer regionalen Industriepolitik passen und gemeinsam mit uns für starke, nachhaltige Wertschöpfung in Ostwestfalen-Lippe sorgen.“

 

Anna Katharina Bölling, Regierungspräsidentin im Regierungsbezirk Detmold:

„Die Bezirksregierung ist ihrer Rolle als Bündelungsbehörde gerecht geworden: Erst wurde über den Regionalplan OWL 2024 die planerische Grundlage für das interkommunalen Industrie- und Gewerbegebiet geschaffen. Und dann die GRW Förderung auf den Weg gebracht.“

 

Christoph Rüther, Landrat des Kreises Paderborn:

„Mit dem neuen interkommunalen Industrie- und Gewerbegebiet setzen wir einen wichtigen Meilenstein für die wirtschaftliche Zukunft unseres Kreises. Diese Zusammenarbeit über Stadt- und Gemeindegrenzen hinweg zeigt, wie wir als Region vorausschauend handeln: Wir bündeln unsere Kräfte, um den Kreis Paderborn langfristig attraktiv, wettbewerbsfähig und lebenswert zu halten.“

 

Uwe Gockel, Bürgermeister der Gemeinde Borchen:

„Die Entwicklung des Gewerbe- und Industriegebietes ‚Im Klee‘ mit seiner außerordentlich hohen Standortqualität und Standortattraktivität ist für die gesamte Region ein Gewinn und hat für die Gemeinde Borchen höchste Priorität. Dadurch entstehen zusätzliche Arbeitsplätze sowie vielfältige Chancen und Entwicklungspotentiale, die zu einer wirtschaftlichen Stärkung der Gemeinde Borchen, der Stadt Paderborn und des Kreises Paderborn insgesamt führen werden. Gemeinsam mit unserem Partner, der Stadt Paderborn, können wir dank der jetzt bewilligten Förderung die Planung zeitnah abschließen und die Erschließung und Herrichtung zielgerichtet angehen. Mein Dank gilt den Verantwortlichen auf Landesebene für das mit der Förderung zum Ausdruck gebrachte Vertrauen in die Wachstumsregion Ostwestfalen-Lippe und in den Wirtschaftsstandort Borchen.“

 

Stefan-Oliver Strate, Bürgermeister der Stadt Paderborn:

„Diese Förderung gibt unserem gemeinsamen Projekt weiter Auftrieb. Mein Dank gilt dem Land NRW, das sich sehr engagiert in die Entwicklung des Gewerbegebietes eingebringt. Die enge und gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Borchen zeigt auch, dass wir Kommunen gemeinsam stark sind und Projekte vorantreiben können, die der ganzen Region zu Gute kommen. Ich bin fest davon überzeugt, dass aufgrund der sehr guten Lage und der durchdachten Planung das Interesse der Wirtschaft an diesem interkommunalen Gewerbe- und Industriegebiet hoch sein wird.“