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Bezirksregierung Detmold erteilt Baurecht für Energiefreileitung von Gütersloh nach Bielefeld-Senne

Die Bezirksregierung Detmold hat jetzt den Plan zur Errichtung und zum Betrieb des vom Umspannwerk Gütersloh bis zum Verbindungspunkt Friedrichsdorf in Bielefeld-Senne verlaufenden ersten Abschnitts der 110-/380-kV-Hochspannungsfreileitung zwischen Gütersloh und Bechterdissen (Gemeinde Leopoldshöhe) festgestellt. Damit besteht für diesen Leitungsabschnitt Baurecht.

Dem Planfeststellungsbeschluss liegt der Antrag des Energieleitungsbetreibers Amprion GmbH (vormals RWE Transportnetz Strom GmbH) zu Grunde. Mit dem genehmigten Vorhaben werden im Rahmen eines Ersatzneubaus bereits vorhandene 110- und 220-kV-Freileiltungen ersetzt. Dieser Bauabschnitt hat ein Kostenvolumen von zehn Millionen Euro.

Das Vorhaben ist eines von insgesamt 24 besonders bedeutenden Projekten in der Bundesrepublik Deutschland. Für deren zügige Realisierung hat der Gesetzgeber vordringlichen Bedarf gesehen und deren Notwendigkeit schon per Gesetz (Gesetz zur Beschleunigung des Ausbaus der Höchstspannungsnetze vom 21.08.2009) festgestellt.

Die Amprion GmbH betreibt eine Hochspannungsfreileitung vom östlichen Ruhrgebiet über die Punkte Sende und Friedrichsdorf bis zum Ortsteil Bechterdissen der Gemeinde Leopoldshöhe. Diese insgesamt rund 70 Kilometer lange Freileitung dient der Stromversorgung des Großraums Bielefeld/Gütersloh und ist an das westeuropäische Verbundnetz angebunden. Damit kommt dieser wichtigen Ost-West-Verbindung eine hohe Bedeutung zu.

Die zwischen Gütersloh und Bechterdissen überwiegend bereits 50 Jahre alten Masten des rund 80 Jahre alten Versorgungswegs sind in ihrer Substanz weitgehend verbraucht und schon aus diesem Grund erneuerungsbedürftig. Die Leitung wird außerdem auf der 220-kV-Spannungsebene betrieben, mit der die Stromversorgung auf Dauer nicht mehr sichergestellt werden kann und die auch die im Verbundnetz erforderlichen Übertragungskapazitäten nicht mehr dauerhaft gewährleistet.

Jetzt soll die verbliebene 27 Kilometer lange Lücke in zwei Abschnitten geschlossen werden. 

Der jetzt genehmigte erste Abschnitt zwischen der Umspannanlage Gütersloh und dem Punkt Friedrichsdorf in Bielefeld-Senne umfasst 11,25 Kilometer Leitungslänge und 37 neue Masten. Er nutzt überwiegend die bereits vorhandenen Trassenräume. Auf den 1,6 Kilometer zwischen den Punkten Friedrichsdorf-Süd in Gütersloh und Friedrichsdorf in Bielefeld-Senne entsteht dabei erstmals eine Leitung. Sie ist jedoch erheblich kürzer als die bisher 7,8 km lange und über Sende nach Friedrichsdorf verlaufende vorhandene Trasse, macht diese entbehrlich und spart damit rund 6,2 Kilometer Leitungstrasse ein.  

Der Planfeststellungsbeschluss hat zur praktischen Folge, dass zwischen Gütersloh-Ost und Friedrichsdorf-Süd anstatt der vorhandenen zwei Trassen mit jeweils eigenem Schutzstreifen künftig nur noch eine Leitungstrasse benötigt wird.

Auch werden durch den Beschluss insgesamt 124 Strommasten funktionslos und können abgebaut werden.

Insgesamt lagen Verfahrensleiter Frank Auf dem Hövel 29 private Einwendungen und 25 Stellungnahmen anderer Träger öffentlicher Belange wie z.B. Behörden und Versorgungsträger vor.

Am 24. April 2009 fand der Erörterungstermin über Einwendungen, Bedenken und Anregungen in der Stadthalle Gütersloh statt.  Die Verhandlung führte Regierungsdirektor Frank Auf dem Hövel.  Noch heute lobt er das große Engagement und die von Sachlichkeit geprägte Atmosphäre.

Hauptgegenstand dieses Termins waren Fragen zum Trassenverlauf, zum Immissionsschutz, zu möglichen Gesundheitsgefahren sowie Auswirkungen auf die Nutzung und den Wert der Grundstücke entlang der Stromtrasse.

Die Hauptforderung der Einwender, mit der Leitungstrasse den Ortsteil Avenwedde zu umgehen, konnte sich nach Abwägung aller Argumente nicht durchsetzen.

Dennoch konnten durch verschiedene Planungsoptimierungen im Vergleich zur heutigen Situation Verbesserungen erreicht werden.

So führt beispielsweise die Bündelung der Stromleitungsseile auf ein Mastgestänge dazu, dass sich mit den im Schutzstreifen liegenden Grundstücksflächen auch die Einschränkungen für die Grundstücke reduzieren. Speziell in Avenwedde führt dies dazu, dass anders als bisher nur noch ein Wohngebäude unmittelbar unter der Leitungsachse liegt.

Verhandlungsleiter Auf dem Hövel: "Wir haben eine sauber ausgewogene und am Gemeinwohl orientierte Entscheidung getroffen. Die Bezirksregierung ist nach gründlicher Prüfung und sorgfältiger Abwägung aller privaten und öffentlichen Belange zu dem Ergebnis gekommen, dass das jetzt genehmigte Vorhaben den rechtlichen Vorgaben entspricht."

Die Entscheidung wird den Verfahrensbeteiligten in den nächsten Tagen zugestellt. Eine Ausfertigung der Entscheidung wird zusammen mit den Planunterlagen ferner vom 08. bis zum 22. März 2010 in den Städten Gütersloh und Bielefeld zur allgemeinen Einsichtnahme offengelegt. Die genauen Daten (Ort und Zeit) der Offenlegung werden noch öffentlich bekannt gemacht. Unabhängig davon wird der Planfeststellungsbeschluss ab dem 08. März auch unter der Rubrik "Aktuelles" auf der Homepage der Bezirksregierung einzusehen sein.

Die Bezirksregierung macht darauf aufmerksam, dass der Planfeststellungsbeschluss kraft Gesetzes sofort vollziehbar ist. Im Falle der Anfechtung ist zuständiges Gericht das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig in erster und letzter Instanz.

 

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