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Erziehungskonzept

 

 

INFOBOX

Jede Schule hat einen klaren Erziehungsauftrag, der begründet ist durch die Verfassung des Landes NRW, das Schulgesetz und die curricularen Vorgaben. Sie stellen die rechtlichen Grundlagen dar.

 „Die Arbeit in der Schule zielt im Sinne eines erziehenden Unterrichts darauf ab, die Kinder zu unterstützen, die Welt zunehmend eigenständig zu erschließen, tragfähige Wertvorstellungen im Sinne der demokratischen Grundordnung zu gewinnen und dadurch Urteils- und Handlungsfähigkeit zu entwickeln. Damit verbunden ist die Aufgabe der Lehrkräfte Schülerinnen und Schüler zu solidarischem Handeln in sozialer Verantwortung, zu Toleranz und Achtung der Menschenrechte und anderer, auch religiöser, Überzeugungen zu einem friedlichen Miteinander in der Einen Welt, sowie zur Achtung vor Natur und Umwelt zu erziehen. Mädchen und Jungen müssen sich deshalb angenommen fühlen und zu Persönlichkeiten entfalten können“ (Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen 2008, S. 14,15).

Die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule bildet die Basis für eine gute Erziehungsarbeit in der Schule.

Zur Abstimmung und Vereinbarung eines gemeinsamen Orientierungsrahmens für Erziehung müssen alle Beteiligten (Schüler und Schülerinnen, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Klassen- Jahrgangs- Fachlehrerteams, Gesamtkollegium) miteinander kooperieren. Zweck eines Erziehungskonzeptes ist die Herstellung von Verbindlichkeit und Etablierung von Verfahrensabläufen und Routinen im Zusammenhang mit Unterstützungsangeboten der sozial-emotionalen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. Das schuleigene Erziehungskonzept reduziert Beliebigkeit und setzt Verbindlichkeit.

Jede Schule entscheidet, welche Schwerpunkte im Erziehungskonzept vereinbart werden. Hilfreich können Absprachen zu folgenden Bereichen sein:

  • Kommunikation untereinander (z.B. gewaltfreie Kommunikation GFK),
  • Kommunikationswege
  • Regeln im Klassenraum, im Schulleben
  • Konsequenzen und Sanktionen
  • Umgang mit Konflikten
  • Unterrichtsangebote und Konzepte zur Förderung der Selbst- und Sozialkompetenz
  • Gemeinschaftsbildende Elemente auf Klassen- und Schulebene
  • Möglichkeiten, um das Zusammenleben gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern zu besprechen und zu gestalten (z.B. Sozialziele-Center, Klassenrat, Schülerparlament)
  • Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen in Grenzsituationen

Möglichkeiten zur Unterstützung des sozial-emotionalen Lernens, die in dieser Praxishilfe zu dem Thema Prävention zu finden sind, werden systemisch wirksam, wenn sie im Erziehungskonzept der Schule verbindlich vereinbart werden.

Qualitätstableaus für das Setzen und die Schärfung eigener Schwerpunkte :

Um Kindern mit Unterstützungsbedarf im emotionalen und sozialen Bereich mit der notwendigen Struktur und Verlässlichkeit begegnen zu können, muss sich ein Kollegium einig sein. Das bedeutet auch, dass die vereinbarten Absprachen von allen auch jederzeit gelebt und eingehalten werden. Natürlich wird man dann ggf. auch eine Konsequenz setzen, von der man als Person nicht unbedingt überzeugt ist. Manchmal kann es aber auch entlastend sein, sich hinter einer Absprache „verstecken“ zu können. In schwierigen Situationen kann sich die Lehrkraft auf abgesprochene Verfahrensweisen und Regeln berufen. Das verschafft ihrem Handeln eine zusätzliche Autorität und bietet Sicherheit. Im besten Fall sind die Vereinbarungen mit allen Beteiligten im Vorfeld ausgehandelt und Verantwortlichkeiten abgesprochen, indem Unterstützernetzwerke (außer- und innerschulisch) gebildet und koordiniert sind. Das Handeln von Lehrkräften erhält so eine systemische Qualität.

Einzelne Situationen, Fälle werden möglicherweise im Klassenrat oder in kollegialen Fallgesprächen beraten. Daraus können sich neue Absprachen ergeben. So findet in der Schule ein kontinuierlicher Austausch zu zentralen Erziehungsfragen und damit auch Haltungsfragen statt.

Es bleibt vor diesem Hintergrund Aufgabe jeder einzelnen Schule, die schulinternen Absprachen und Konsequenzen für das eigene System im Rahmen des Erziehungskonzeptes zu konkretisieren. Notwendig erscheint dabei die Diskussion, welche Situationen für alle Beteiligten verbindlich abgesprochen werden sollten und welche in der Handlungsfreiheit der Klassenleitung bzw. eines Klassenteams bleiben. Wichtig bleibt, dass innerhalb einer Klasse alle dort unterrichtenden Lehrkräfte abgestimmt handeln.

 

Letzte Aktualisierung: 31.12.2016

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