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Wissen teilen zum Schutz der Natur

Elf indische Verwaltungsfachleute haben sich unter anderem bei der Firma Blanke textech in Bad Salzuflen über geltende Umweltschutzstandards in der Textilindustrie informiert. Mit im Bild: Geschäftsführer Andreas Blanke (Mitte, hinten) und Blanke-Umweltreferentin Anja Sahrhage (vorne links) und Bettina Engel (Bezirksregierung hinten, links) und Brigitte Cietlow (Umweltbundesamt, hinten, 2. von links).

Detmold (26. September 2018). Elf indische Verwaltungsfachleute haben sich am Mittwoch, 19. September, in Ostwestfalen-Lippe über Umweltschutzstandards informiert. Der Besuch in einem heimischen Textilbetrieb und bei der Bezirksregierung Detmold war Teil einer einwöchigen Studienreise. Er stand im Rahmen der deutsch-indischen Zusammenarbeit zur Verbesserung des indischen Umweltschutzes.

Ziel des Erfahrungsaustausches war einerseits, den Stand der bestverfügbaren Technik (BVT) in Betrieben kennen zu lernen. Andererseits galt es, Kenntnisse über behördliche Genehmigungsvorgänge zu erweitern. Die Vertreter indischer Fachinstitutionen und der nationalen Umweltbehörde bekamen Einblicke in den EU-geregelten Prozess, wie BVT-Merkblätter erarbeitet werden. Zudem informierten sie sich, wie sich Emissionsanforderungen von technischen Möglichkeiten ableiten lassen. Mehr noch: Sie gewannen Erkenntnisse, wie diese Emissionsanforderungen in konkreten Industrieanlagen umgesetzt werden.

Die indischen Fachleute und die Vertreter des deutschen Umweltbundesamtes sowie der Bezirksregierung Detmold besichtigten zunächst die Produktion des Textilunternehmens Blanke textech GmbH in Bad Salzuflen. Der Betrieb stellt vor allem technische Textilien her. Geschäftsführer Andreas Blanke erläuterte den produktionsintegrierten Umweltschutz: Demnach setzt die Firma zum einen darauf, schon in der Produktion Wasser einzusparen. Zum anderen behandelt sie das anfallende Abwasser in einer mehrstufigen, vollbiologischen Betriebskläranlage nach dem Stand der Technik.

 Matthias Schröder (rechts, LANUV) erläutert den indischen Verwaltungsfachleuten und Bettina Engel von der Bezirksregierung (Mitte) die Möglichkeiten des Umweltlabores des LANUV-Standortes in Minden.Bettina Engel von der Bezirksregierung Detmold brachte die behördliche Seite näher. Sie erklärte vor Ort, wie das Dezernat für Wasserwirtschaft die geltenden Rechtsvorschriften in einem Textilbetrieb kontrolliert. Frederik Köhler (Bezirksregierung) vertiefte die behördliche Praxis beim nachfolgenden Halt am Standort der Bezirksregierung in Minden. Er führte weitere Details der Überwachungs- und Genehmigungspraxis aus. Abschließend besichtigte die Delegation das Labor für Umweltanalytik des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in Minden. Matthias Schröder und Silke Driftmann vom LANUV demonstrierten Praxis und Möglichkeiten des Umweltlabors und eines Probenahmefahrzeugs.

„Die indischen Fachleute zeigten größtes Interesse, viele Details des betrieblichen Umweltmanagements und der behördlichen Überwachungspraxis in der Textilindustrie in NRW kennen zu lernen“, schildert Bettina Engel. Entsprechend ausführlich und intensiv hätten die Teilnehmer diskutiert. Mit gutem Ergebnis: „Die Delegation zeigte sich sehr zufrieden und konnte viele wertvolle Erkenntnisse mit nach Hause nehmen“, sagt Engel.

Hintergrund

Die Umweltbehörde des stark industrialisierten indischen Bundesstaates Gujarat hatte das deutsche Umweltbundesamt im Jahr 2015 um Unterstützung beim Umweltschutz insbesondere in der Textilindustrie gebeten. So sollten sich indische Experten zum Beispiel bei einer Studienreise nach Deutschland über die bestverfügbaren Techniken (BVT) informieren. Das Ziel war, ein Merkblatt dieser Techniken zu erarbeiten, um so die hiesigen Umweltstandards zu transferieren und die Umweltverträglichkeit der dortigen Anlagen nachhaltig zu verbessern. Allein in der Zuständigkeit des Bundesstaates Gujarat liegen mehr als 700 zu überwachende Textilbetriebe.

Indische und deutsche Behörden haben im Frühjahr dieses Jahres vereinbart, den behördlichen Austausch auf andere Branchen, beispielsweise die Pharmaindustrie, sowie auf die nationale Ebene auszuweiten.

Im Fokus der Studienreise vom 17. bis 21. September standen einerseits Besichtigungen von Industrieanlagen, wie Textilfabriken, Pharmaunternehmen, einer Papierfabrik sowie einer Müllverbrennungsanlage. Andererseits informierten sich die indischen Experten auch über Verfahrensabläufe in der Bezirksregierung Detmold sowie im Umweltbundesamt. Bei jeder Station wurden offene Fragen diskutiert, um die indische Verwaltungspraxis um differenzierte Verwaltungsschritte anzureichern.

 

Bildunterzeilen

Bild oben: Elf indische Verwaltungsfachleute haben sich unter anderem bei der Firma Blanke textech in Bad Salzuflen über geltende Umweltschutzstandards in der Textilindustrie informiert. Mit im Bild: Geschäftsführer Andreas Blanke (Mitte, hinten) und Blanke-Umweltreferentin Anja Sahrhage (vorne links) und Bettina Engel (Bezirksregierung hinten, links) und Brigitte Cietlow (Umweltbundesamt, hinten, 2. von links).

Bild unten: Matthias Schröder (rechts, LANUV) erläutert den indischen Verwaltungsfachleuten und Bettina Engel von der Bezirksregierung (Mitte) die Möglichkeiten des Umweltlabores des LANUV-Standortes in Minden.

 

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