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Förderung bringt Menschen zusammen

Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl (vorne, links), der Sprecher der Förderregionen, Bürgermeister Burkhard Schwuchow (vorne, 3. von links) sowie  Abteilungsleiter Jens Kronsbein und Förderdezernent Niels Hartmann (beide Bezirksregierung, vorne,  4. und 5. von links) begrüßen die Regionalmanager der sechs Förderregionen in Ostwestfalen-Lippe beim Aktionstag Ländliche Entwicklung in Detmold.

Detmold (21. November 2018). Mehr als zwei Millionen Euro an öffentlicher Förderung aus den Programmen LEADER und VITAL.NRW sind in diesem Jahr in heimische Projekte geflossen. Knapp 723.000 Euro waren es im vergangenen Jahr. Welche Impulse gehen von diesen Projekten aus? Welche Themen werden aufgegriffen? Und welche Chancen für künftige Projekte gibt es? Rund 120 Teilnehmer des Aktionstags Ländliche Entwicklung der Bezirksregierung Detmold haben sich zu diesen Fragen am Montag, 19. November, in Detmold ausgetauscht.

Die Ziele des Aktionstages waren, die Projektvielfalt in der Region vor Augen zu führen, die Vernetzung zwischen Projektträgern voran zu treiben und zu neuen Projektideen zu inspirieren. Mit dabei waren Vertreter von Kommunen, Vertreter der sechs Förderregionen sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger. Der Aktionstag wurde von der Bezirksregierung auf Initiative der Regionalmanagements organisiert.

Sechs Projektbeispiele aus ganz Ostwestfalen-Lippe machten deutlich, womit sich Initiativen und Kommunen zurzeit auseinandersetzen. Beispiel Hörstmar: Die Stadt Lemgo verwandelt in dem Ortsteil eine leer stehende Schule in ein Dorfbegegnungszentrum. Dort soll das Café „mitgeDACHt“ entstehen, das vom Verein „Das Dach e.V.“ betrieben wird. Der Verein kümmert sich um psychisch kranke Menschen und will sie durch die Arbeit im Café auf den freien Arbeitsmarkt vorbereiten.

Ein weiteres Beispiel kommt aus dem Kreis Minden-Lübbecke. Dort soll mit dem „LandEi mobil“ die Mobilität auf dem Land verbessert werden. Ein günstiges Bus- und Bahn-Ticket für sechs Kommunen wird mit einem Elektrofahrrad-Verleih verknüpft. Carsharing-Angebote sowie Mitnahmepunkte für Menschen, die bei anderen mitfahren möchten, sollen hinzukommen.

Auf ein gänzlich neues ökonomisches Denken zielt derweil ein Vorhaben des Kreises Höxter. Dort soll in Unternehmen, Schulen und der Bevölkerung die so genannte Gemeinwohl-Ökonomie bekannt gemacht werden. Sie orientiert sich nicht primär an Wachstum und Gewinnmaximierung, sondern setzt auf ethische Wirtschaftsmaßstäbe wie Menschenwürde, Solidarität, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Demokratie. Der Kreis Höxter soll so zur „Gemeinwohlregion“ werden.

Initiativen und Kommunen sichern Lebensqualität vor Ort

Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl lobte das Engagement der Initiativen: „Ihre Projekte zeigen beeindruckend, was sich auf die Beine stellen lässt. Entwickeln Sie weiter neue Ideen, um die Lebensqualität bei Ihnen vor Ort und in der ganzen Region zu sichern. Die Bezirksregierung unterstützt Sie gerne dabei.“

Burkhard Schwuchow, Bürgermeister Bürens und Sprecher der Förderregionen, begrüßte, dass sich der Austausch aller Beteiligten intensiviert und damit zu einem reibungslosen Projektablauf beiträgt. „Nicht zuletzt durch diesen Aktionstag können wir noch effektiver Menschen dazu motivieren, weitere Projekte auf die Beine zu stellen“, sagte er.

Abteilungsleiter Jens Kronsbein von der Bezirksregierung machte deutlich: „Es gibt vielfältige Wege und vielfältige Projekte, um die Region zu stärken. Kommen Sie mit Ihren Vorschlägen gerne auf die Regionalmanagements oder die Bezirksregierung zu.“

Reger Austausch zwischen den Teilnehmern und den Mitarbeitern der Bezirksregierung schloss den Aktionstag ab, wie Organisator Niels Hartman von der Bezirksregierung sagte. „Alle nutzten die Zeit für intensive Gespräche. Es ist sehr erfreulich, dass die Veranstaltung so gut angenommen wurde.“

 

Bildunterzeile

Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl (vorne, links), der Sprecher der Förderregionen, Bürgermeister Burkhard Schwuchow (vorne, 3. von links) sowie  Abteilungsleiter Jens Kronsbein und Förderdezernent Niels Hartmann (beide Bezirksregierung, vorne,  4. und 5. von links) begrüßen die Regionalmanager der sechs Förderregionen in Ostwestfalen-Lippe beim Aktionstag Ländliche Entwicklung in Detmold.

 

Informationen zu den Beispielprojekten

Lemgo, Ortsteil Hörstmar

Projekt „mitgeDACHt“

Das Projekt schafft ein inklusives und generationenübergreifendes Dorfbegegnungszentrum und damit Raum für die Gemeinschaft, das Ehrenamt und neue Ideen. Dazu wird das alte Schulgebäude in Hörstmar wiederbelebt. 2015 musste die Schule aufgrund rückgängiger Schülerzahlen geschlossen werden. Seitdem fehlt dem Dorf ein Ort der Begegnung. Teile des Gebäudes bieten inzwischen Wohnraum für Geflüchtete. Das zentrale Gebäude steht jedoch leer. Es entstand die Idee eines inklusiven Begegnungsortes, an dem alle Bevölkerungsgruppen das Dorfleben miteinander gestalten können. Zentrales Element wird das Café „mitgeDACHt“. Betreiber des Cafés ist der Verein „Das Dach e.V.“, der sich seit 1983 um psychisch kranke Menschen kümmert. Durch die Arbeit im Café werden diese auf den freien Arbeitsmarkt vorbereitet.

Außerdem wird ein Multifunktionsraum geschaffen, der für gemeinsame Aktivitäten zur Verfügung steht. Die vorhandene Flüchtlingsunterkunft, der Spiel- und Sportplatz, der Kindergarten und die Feuerwehr werden ebenfalls eingebunden. Ein weiter Bonus ist der freie WLAN-Zugang.

Projektträger: Alte Hansestadt Lemgo

Durchführung: August 2018 bis Oktober 2019

Kosten / LEADER-Förderung: 384.447,54 Euro / 249.890,90 Euro

www.3l-in-lippe.de

 

Stadt Gütersloh und Gemeinde Langenberg

Projekt „VITAL.Lokal“

Die Sicherung der ärztlichen Versorgung wird zunehmend schwieriger. Besonders problematisch ist die Versorgungssituation in zahlreichen ländlichen Regionen bei den niedergelassenen Hausärzten und Allgemeinmedizinern. Das Projekt „VITAL.Lokal“ nimmt sich dessen an. Ziel des Projektes ist es, am Beispiel der Stadt Gütersloh und der Gemeinde Langenberg Handlungsempfehlungen zur Sicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum zu geben und den Aufbau einer qualifizierten und integrierten Gesundheitsversorgung vor Ort zu unterstützen. Die Ergebnisse des Projektes werden in einem praxisorientierten Handlungsleitfaden zusammengefasst. Zur Erarbeitung der Maßnahmen wird ein interdisziplinäres Netzwerk geschaffen. Dieses besteht aus praktizierenden Ärzten und Vertretern aus Kommunen, Ärztekammer und KVWL. Es soll möglichst auch nach der Projektlaufzeit bestehen bleiben.

Projektträger: Stadt Gütersloh

Laufzeit: September 2018 bis Juni 2020

Kosten / VITAL.NRW-Förderung: ca. 172.000 Euro / 112.000 Euro

www.kreis-guetersloh.de/sh/LAG-GT8

 

Kreis Höxter

Projekt „Gemeinwohlregion Kreis Höxter“

Anhänger der Gemeinwohl-Ökonomie setzen auf ethische Wirtschaftsmaßstäbe wie Menschenwürde, Solidarität, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Demokratie. Mit dem LEADER-Projekt „Gemeinwohlregion Kreis Höxter“ soll sich der Kreis Höxter als erster Kreis bundesweit als Gemeinwohl-Region positionieren können.

Der erste Schritt zu dieser „Gemeinwohlregion Kreis Höxter“ ist die Bekanntmachung und Verbreitung der Gemeinwohlökonomie als solche. Mit dieser Aufgabe wird ab Januar 2019 ein/e Bildungsreferent/in betreut sein. In erster Linie werden Unternehmen, Kommunen und Bildungsträger angesprochen und zu einer Gemeinwohlbilanzierung motiviert. Für Bürgerinnen und Bürger gibt es Selbsttests, mit deren Hilfe sie sich selbst bilanzieren können. Im Rahmen von Projekttagen wird das Thema Gemeinwohlökonomie an Schülerinnen und Schüler herangetragen.

Neben der kontinuierlichen Betreuung der einzelnen Akteure wird es im Laufe des zweijährigen LEADER-Projektes mehrere Fachveranstaltungen geben.

Angestoßen wurde das LEADER-Projekt von Albrecht und Annegret Binder, die eine gemeinwohlbilanzierte Apotheke führen und Gründungsmitglieder der Stiftung Gemeinwohlökonomie mit Sitz in Detmold sind. Als Projektträger hat sich die Stiftung zum Ziel gesetzt, ein Umdenken bei den Betrieben und Verwaltungen anzustoßen, um so ökonomisch und ökologisch nachhaltigere Strukturen zu schaffen. Auch langfristige Effekte wie die Verbesserung der Lebensqualität, eine Stärkung der Identifikation mit der Region und eine erhöhte Attraktivität des Kreises Höxter für Fachkräfte sind durch das Projekt denkbar.

Projektträger: Stiftung Gemeinwohlökonomie

Projektzeitraum: Oktober 2018 bis April 2021

Kosten / LEADER-Förderung: 196.768,36 Euro / 127.899,43 Euro

 

Kreis Minden-Lübbecke

Projekt „LandEi mobil“

Das Projekt in Trägerschaft der Minden-Herforder-Verkehrsgesellschaft widmet sich der Frage, wie die Mobilität und damit die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben auf dem Land gesichert, bezahlbar und attraktiv gestaltet werden kann. Hierzu werden folgende Angebote entwickelt:

• ein „LandEi“-Ticket für Bus und Bahn im Geltungsbereich von sechs Kommunen im Kreis Minden-Lübbecke; Preis: 36 Euro,

• ein Elektrofahrrad/Pedelec-Nutzungsrecht in Kombination mit dem „LandEi“-Ticket-Abonnement; Preis: 72 Euro,

• Carsharing („EiCars“),

• „EiPoints“ genannte Treffpunkte, die ‚organisiertes und sicheres Trampen‘ ermöglichen sollen,

• Bündelung und Organisation der Angebote mit Auskunft und Routenplanung mittels Smartphone-App.

Projektträger: Verkehrsgesellschaft Minden-Herford

Laufzeit: 2017 bis 2021

Kosten / VITAL.NRW-Förderung: 380.300 Euro / 247.200 Euro

www.landei-mobil.de

 

LEADER-Region Südliches Paderborner Land / Büren

Projekt „Praxis und Schule – PuSch“

Der Bürener Verein „Praxis und Schule Büren – PuSch“ plant, integrative Maßnahmen für Schülerinnen und Schüler, Lehrende und Unternehmen weiter auszubauen. Lehrende bekommen Einblicke in Unternehmensstrukturen, deren Arbeitsinhalt und Umfeld. Schüler lernen Unternehmen und Hochschulen kennen, Unternehmen kommen in Kontakt mit potenziellen Auszubildenden. Das Projekt zielt darauf ab, über einen langen Zeitraum Partnerschaften zwischen den Schulen, den Unternehmen, den Hochschulen und den Schülern, Lehrenden und Eltern zu schaffen.

Durch LEADER-Fördermittel ist eine Intensivierung dieses regionalen Leuchtturmprojektes möglich: Die Lehrenden treten in einen verstärkten Dialog mit Fach- und Führungskräften aus den Unternehmen ein und definieren gemeinsam Ideen für Projekte. Konkrete Maßnahmen werden entwickelt, um zum Beispiel den Transfer von Wissen in den Schulunterricht voranzubringen.

Das Projekt wird mittels einer / eines mit LEADER geförderten Bildungskoordinatorin / eines Bildungskoordinators durchgeführt, um die anvisierten Maßnahmen professionalisiert und kontinuierlich umsetzen zu können. Außerdem wird eine öffentlich zugängliche Datenbank als Kommunikationsplattform aufgebaut, mit einer Übersicht über konkrete Ansprechpartner, angebotene Ausbildungs- und Praktikumsplätze sowie Karriereperspektiven. Die Erkenntnisse werden im Rahmen eines Leitfadens anderen Kommunen der Region Südliches Paderborner Land und später auch anderen LEADER-Regionen zur Verfügung gestellt.

Projektträger: Praxis und Schule e.V.

Laufzeit: März 2019 bis Februar 2022

Kosten / LEADER-Förderung: 139.984 Euro / 90.989,60 Euro

www.pusch-bueren.de

 

Dörentrup-Schwelentrup

Projekt „Das Dorf der Tiere 2.0“

Das Dorf der Tiere erfährt bereits großes Interesse von Besuchern aus der Region und darüber hinaus. Das Projekt „Dorf der Tiere 2.0“ hat zum Ziel, ein attraktives Naherholungsgebiet in Schwelentrup mit einer festen Anlaufstelle als „Eingangstor“ zum Dorf der Tiere zu schaffen. Hierzu entstehen um die Stallscheune in Dörentrup-Schwelentrup herum weitere Tiergehege mit alten Tierrassen. Das bereits bestehende Sika-Wildgehege sowie der naturnahe Erlebnisspiel- und Rastplatz werden darin eingebunden. Die neuen Gehege ermöglichen die Herbstmast des rückgezüchteten Europäischen Weideschweins und gestalten so das betroffene Waldstück auf historische Weise. Außerdem werden Schottische Hochlandrinder gehalten und ein Bienenhaus gebaut. Eine neue Aussichtsplattform ermöglicht den Blick in die Gehege. Darüber hinaus werden die bereits bestehenden Teichanlagen am alten Forsthaus des Landesverbandes Lippe restauriert und funktional weiter entwickelt.

Um die neu entstehenden Gehege wird ein teilweise bestehender Wanderweg komplettiert sowie ausgeschildert und markiert. Die Wildbeobachtungsstation wird in die Wegeführung eingebunden. Geschulte Wanderführer bieten Touren an.

Projektträger: Tiere im Dorf e.V.

Laufzeit: Dezember 2018 bis November 2020

Kosten / LEADER-Förderung: 81.695,10 Euro / 53.053,65 Euro

www.tiere-im-dorf.de

 

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