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Bezirksregierung eröffnet Planfeststellungsverfahren

Detmold (26. Februar 2019). Die Bezirksregierung Detmold eröffnet das Planfeststellungsverfahren für den sechsstreifigen Ausbau der Bundesautobahn 57 (A 57) im Ausbauabschnitt Krefeld. Die Planunterlagen liegen von Montag, 18. März, bis Mittwoch, 17. April, in den Städten Krefeld und Meerbusch aus. Einwendungen gegen die Planung können bis Freitag, 17. Mai, erhoben werden.

„Die Bezirksregierung Detmold wird das Vorhaben in einem transparenten und bürgernahen Verfahren prüfen, um möglichst zeitnah eine abschließende Entscheidung über das Straßenbauvorhaben zu ermöglichen“, so Frank Auf dem Hövel, Dezernatsleiter bei der Bezirksregierung Detmold.

Am 15. Februar hatte der Landesbetrieb Straßenbau NRW als Vorhabenträger bei der Bezirksregierung Detmold die Durchführung des Planfeststellungsverfahrens für den sechsstreifigen Ausbau der A 57 im Bereich Krefeld beantragt.

Gegenstand des Verfahrens ist die Erweiterung der A 57 von bislang zwei auf künftig drei Fahrspuren je Fahrtrichtung im Ausbauabschnitt Krefeld. Dieser umfasst die A 57 vom Nordrand der Anschlussstelle Krefeld-Gartenstadt bis zum Südrand der Anschlussstelle Krefeld-Oppum. Auch die Anschlussstelle Krefeld-Zentrum ist damit Bestandteil des insgesamt 6,08 Kilometer langen Ausbauabschnitts.

Lärmschutz steht im Mittelpunkt

Die A 57 verläuft hier auf einem etwa sechs Meter hohen Damm und schließt 15 Brückenbauwerke mit ein, von denen im Zuge des Ausbaus 13 abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden sollen. Die stadtnahe Lage der verkehrlich hoch belasteten A 57 mit teilweise dicht anschließender Wohnbebauung hat zur Planung umfangreicher Lärmschutzmaßnahmen geführt. Um den Verkehrslärm schon bei seiner Entstehung maßgeblich zu mindern, soll die Fahrbahn durchgehend eine Asphaltdecke erhalten, die im Vergleich zur Referenzdecke der gesetzlichen Vorgaben fünf dB(A) weniger Abrollgeräusche verursacht. Zum Vergleich: Eine Minderung um drei dB(A) ist in etwa mit einer Halbierung des Verkehrsaufkommens vergleichbar.

Als weitere aktive Lärmschutzmaßnahme sind über eine Länge von 14,65 Kilometern Lärmschutzwände geplant, davon 7,1 Kilometer auf der Westseite, 5,7 Kilometer auf der Ostseite und 1,9 Kilometer im Mittelstreifen. Sie sind zwischen 4,5 und neun Metern hoch und sollen zur Verbesserung ihrer Wirkung teilweise gebogen ausgeführt werden, das heißt sie sind zur Fahrbahn hin gewölbt.

Der Straßenausbau ist in asymmetrischer Form vorgesehen. Es ist also keine gleichmäßige Erweiterung der A 57 beidseits der vorhandenen Achse geplant. Vielmehr soll die Straßenachse abschnittsweise nach Westen und Osten verlagert werden. Anpassungen und teilweise Verlegungen der Rampen der drei Anschlussstellen gehen mit dem geplanten Ausbau einher, der sich ausschließlich auf das Gebiet der Stadt Krefeld erstreckt. Landschaftspflegerische Begleitmaßnahmen sind aber auch in Meerbusch eingeplant.

Hintergrund des geplanten Ausbaus

Die A 57 ist Teil der Europastraße 31, die von Rotterdam bis nach Hockenheim führt. Sie verläuft von der niederländischen Grenze bei Goch in Weiterführung der niederländischen A 77 linksrheinisch über Krefeld und Neuss nach Köln. Sie ist die wichtigste Verbindung der linksrheinischen Wirtschaftszentren und über Autobahnkreuze mit den Autobahnen 1, 40, 42, 44 und 52 verknüpft. Das starke und noch immer leicht steigende Verkehrsaufkommen umfasst zurzeit etwa 97.000 Fahrzeuge im Tagesdurchschnitt. Davon gehören rund 10.300 Fahrzeuge zum Schwerlastverkehr mit mehr als 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Ohne den Ausbau der Fahrbahn werden bis zum Jahr 2030 etwa 99.000 Fahrzeuge täglich erwartet, darunter 10.900 Lastwagen.

Diese Verkehrsdichte führt zu Überlastungen und häufigen Verkehrsstaus. Im Bundesverkehrswegeplan wird der sechsstreifige Ausbau der A 57 zwischen den Autobahnkreuzen Kamp-Lintfort und Meerbusch daher als Maßnahme im vordringlichen Bedarf geführt, die der Engpassbeseitigung dient. Über das Fernstraßenausbaugesetz sind der vordringliche Bedarf und die Ausbaunotwendigkeit gesetzlich festgestellt worden. Mit dem nun anstehenden Planfeststellungsverfahren soll das Baurecht für das Vorhaben geschaffen werden.

Unter Berücksichtigung des Ausbaus beläuft sich das erwartete Verkehrsaufkommen für 2030 auf rund 105.000 Fahrzeuge (davon Schwerlastverkehr: 11.500).

Landesbetrieb erläutert Planungen

Die Auslegung beginnt am Montag, 18. März und erfolgt bei den Städten Krefeld und Meerbusch. Sie endet am Freitag, 17. April. Eine einmonatige Einwendungsfrist, die mit Ablauf des 17. Mai endet, schließt sich an. Weitere Informationen dazu sind den ortsüblichen Bekanntmachungen der beiden Städte zu entnehmen.

Vertreter des Landesbetriebs Straßenbau NRW begleiten die Auslegung in Krefeld persönlich zu zwei Terminen: Am Mittwoch, dem 27. März, sowie am Montag, dem 08. April, und jeweils vormittags in der Zeit von 08.30 Uhr bis 12.30 Uhr. Die Vertreter des Landesbetriebs beantworten Fragen zum Vorhaben und zu den Planunterlagen. Auch Betroffene aus dem Stadtgebiet Meerbusch können dieses freiwillige Angebot des Vorhabenträgers in Anspruch nehmen.

Einwendungen per einfacher E-Mail sind nicht zulässig

Unabhängig von der Auslegung vor Ort werden die Planunterlagen auch im Internet, und zwar über die Homepage der Bezirksregierung Detmold (Adresse: https://www.bezreg-detmold.nrw.de) sowie über das zentrale Internetportal für UVP-pflichtige Vorhaben (Adresse: https://uvp-portal.de/nw) zugänglich sein.

Wichtig: Verfahrensrechtlich ist nach wie vor allein die Auslegung vor Ort maßgeblich, wie Frank Auf dem Hövel betont: Und: „Alle, die von dem geplanten Straßenbauvorhaben betroffen sind, können bei den Städten Krefeld und Meerbusch sowie direkt bei der Bezirksregierung Detmold innerhalb des insgesamt zwei Monate umfassenden Zeitraums der Auslegung und der Einwendungsfrist schriftlich oder zur Niederschrift Einwendungen erheben. Dies geht jedoch nur bis einschließlich 17. Mai. Für die Rechtzeitigkeit ist der Posteingang bei der Behörde entscheidend. Eine E-Mail ist nur mit qualifizierter Signatur bzw. als DE-Mail ausreichend.“

Zuständigkeit der Bezirksregierung Detmold

Zuständig für das Planfeststellungsverfahren ist hier nicht die sonst eigentlich örtlich zuständige Bezirksregierung Düsseldorf, sondern die Bezirksregierung Detmold. Grundlage dafür ist die Verordnung zur Regelung von Zuständigkeiten nach dem Straßenrecht und Eisenbahnkreuzungsrecht. Sie ermöglicht es dem Verkehrsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, einer anderen Bezirksregierung die Zuständigkeit per Erlass zu übertragen.

 

 

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