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Gewässerkunde SenneDie „Gewässerkunde Senne“ besteht nun schon seit 1928 . Die Veranlassung zur Errichtung einer Außenstelle Senne des damaligen Kulturbauamtes Minden zur Beobachtung und Erfassung der Hydrologie des Senneraumes bildete der Verleihungsantrag für das Wasserwerk III der Stadt Bielefeld vom 14. März 1928. Zahlreiche Widersprüche der Sennelandwirte sowie zur gleichen Zeit gestellte Verleihungsanträge für Wasserrechte der Firma Windel in Windelsbleiche hatten den Beschluss des Bezirksausschusses bei der damaligen Regierung in Minden zur Folge, ein Gutachten über die Wasser- und Grundwasserverhältnisse im Gebiet der oberen Ems von der Preußischen Landesanstalt für Gewässerkunde in Berlin einzuholen. Für die Erstattung dieses Gutachtens forderte die Landesanstalt in Berlin umfangreiche Unterlagen die jedoch nicht vorhanden waren. Bei einer Bereisung des Sennegebietes durch die Landesanstalt im August 1928 wurde ein Aufgabenkatalog festgelegt und festestellt, dass diese Aufgaben nur durch Einsatz von geeigneten Kräften vor Ort unter Anleitung des damaligen Kulturbauamtes Minden zu lösen seien. Das Ministerium ordnete noch im gleichen Monat durch Erlass an, dass die Kosten dafür von der Antragstellerin zu tragen seien. Nach Klärung der finanziellen Seite - im ersten Jahr waren 20000 Reichsmark notwendig die von der Stadt Bielefeld und der Firma Windel aufgebracht wurden, die damit als Gründungsmitglieder anzusprechen sind - wurde die Außenstelle Senne des Kulturbauamtes Minden am 1. Oktober 1929 offiziell eingerichtet. Das Beobachtungsnetz zum damaligen Zeitraum war sehr spärlich, immerhin nahm das erste Bielefelder Wasserwerk seinen Betrieb im Jahre 1889 auf. Durch die Außenstelle wurde das Messnetz kontinuierlich aufgebaut, im Jahr 1930 waren es 345 Grundwassermessstellen, 4 Grundwasserschreibpegel, 1 Abflusspegel und 4 Niederschlagsmessstellen. Diese dienten zur Beobachtung von 3 Wasserwerken der Stadt Bielefeld und der Firma Windel. Die jährliche Fördermenge belief sich auf etwa 6 Millionen m³ Grundwasser. Entsprechend dem Bedarf waren die Stadtwerke Bielefeld gezwungen, weitere Wasserwerke zu bauen. Daneben entstanden weitere Gewinnungsanlagen für öffentliche Versorgungen und auch für private Betriebe, so dass sich das Arbeitsgebiet der Gewässerkunde Senne über das Lippegebiet bis vor die Tore von Paderborn erweiterte. So wurde im Jahr 1955 eine Lysimeter-Anlage mit meteorologischer Station in Sennestadt errichtet. Sie diente zur Beantwortung der Frage, wie viel Wasser unter den klimatologischen Bedingungen am Standort bei verschiedenen Bodenarten ins Grundwasser durchsickert und für die Wasserversorgung zur Verfügung steht. Ebenso wurden Beobachtung, Wartung und Datenpflege für den Landesgrundwasserdienst übernommen. All diese Aufgaben sind im Lauf der Jahre stets gewachsen, unter anderem durch immer wieder neu hinzugewonnene „Sennefondsmitglieder“ sowie durch immer höher werdende Anforderungen an die Qualität der Beobachtungen. Mittlerweile hat sich die Zahl der Wasserwerke allein bei den Stadtwerken Bielefeld vervierfacht, weitere Stadtwerkebetriebe mit ihren Wasserwerken sowie zahlreiche private Betriebe mit eigener Grundwasserförderung sind dem „Sennefonds“ beigetreten. Das heutige Messstellennetz der Gewässerkunde Senne, bei einer durchschnittlichen Jahresgrundwasserförderung von rd. 30 Mio. m³, beläuft sich auf etwa 1500 Grundwassermessstellen, die durch ca. 60 örtlich eingesetzte Beobachter monatlich beobachtet werden. Des weiteren werden Gewässerpegel an den Sennebächen und in Quellgebieten ständig durch Abflussmessungen beobachtet. Die Beobachtung des Niederschlages ist ein weiterer wichtiger Baustein im Wasserhaushalt . Die Aufgabe der Gewässerkunde Senne besteht, damals wie heute: den Erhalt des „Sennefriedens“ zwischen den Bürgern, Landwirten, Gemeinden, Industrie und Wasserversorgungsunternehmen im Einklang mit dem Naturhaushalt und der Ökologie in diesem Gebiet sicherzustellen.
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