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Gleichstellung von Frauen und Männer, von Mädchen und Jungen meint, dass alle Menschen die Freiheit haben, ihre persönlichen Fähigkeiten zu entwickeln und ihre persönlichen Lebensentwürfe zu wählen, ohne durch enge geschlechtsspezifische Rollenverteilungen eingeschränkt zu werden. Die unterschiedlichen Verhaltensweisen, Zielsetzungen und Bedürfnisse von Frauen und Männern, von Mädchen und Jungen sind gleichgewichtig und politisch gleich zu bewerten. Die rechtliche oder formale Gleichstellung ist dabei nur ein erster Schritt zu materiellen oder tatsächlichen Gleichstellung.
Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern werden allerdings dann zu einem politischen und gesellschaftlichen Problem, wenn die biologische Differenz den tatsächlichen Anknüpfungspunkt für die Verteilung von Ressourcen (Macht, Einfluss, Geld, Arbeit usw.) bildet.
So können politische Entscheidungen unterschiedliche Auswirkungen auf Frauen und Männer haben, auch wenn diese weder geplant noch beabsichtigt sind. Zum Beispiel betrifft die Einführung der Ganztagsschule Frauen anders als Männer, da Frauen in unserer Gesellschaft überwiegend für die Erziehung der Kinder zuständig sind. Ein anderes Beispiel: Das Dienstalter als Beförderungskriterium betrifft Männer anders als Frauen. Die Erwerbsbiografien von Frauen sind wegen der Familienarbeit häufiger unterbrochen.
Um Geschlechtergerechtigkeit herzustellen, muss das Thema Gleichstellung auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen präsent sein. Gleichstellung im Schulbereich muss sich somit auf den verschiedenen Ebenen schulischen Handelns niederschlagen, auf der Ebene der Schulaufsicht, der Schulleitung, des Kollegiums, der Schülerinnen und Schüler und ihrer Eltern.
Weitere Informationen zu gleichstellungsrelevanten Themen aus dem schulischen Kontext finden Sie in der Themenbox.
Fachberaterin für Gleichstellungs- und Genderfragen
Angela Tewes
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