Mit ihrem aktuellen Verkehrssicherheitsprogramm verfolgt die Landesregierung unter dem Stichwort "Vision Zero" das langfristige Ziel, dass niemand durch Verkehrsunfälle getötet wird oder ernsthaft zu Schaden kommt. Als Zwischenziel soll bis zum Jahr 2015 die Zahl der Unfalltoten im Land halbiert werden. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, sind die Anstrengungen vieler Beteiligter gefordert. Die Bezirksregierung nimmt in diesem Zusammenhang vielfältige Aufgaben wahr und arbeitet dabei eng mit den Kreisen und Kommunen, mit der Polizei und den Straßenbaulastträgern zusammen. Dies geschieht zum Beispiel im Rahmen der Unfallkommissionen, bei der Durchführung von Verkehrsschauen oder beim Aufbau eines regionalen Netzwerkes für Verkehrssicherheit.
Aufgabe der bei den Städten und Kreisen eingerichteten Unfallkommissionen ist es, Unfallhäufungsstellen ausfindig zu machen und Maßnahmen zu ihrer Entschärfung einzuleiten. Eine Unfallhäufungsstelle liegt immer dann vor, wenn in einem Straßenabschnitt auffallend viele schwere Unfälle gleicher Art auftreten. Bei der Suche nach geeigneten Lösungen arbeiten Polizei, örtliche Straßenverkehrsbehörde und Straßenbaulastträger eng zusammen. Die Verkehrsingenieure der Bezirksregierung beraten die örtlichen Unfallkommssionen bei ihrer Arbeit und achten als Aufsichtsbehörde darauf, dass in allen Kreisen und größeren Städten solche Kommissionen eingerichtet und Unfallhäufungsstellen zeitnah entschärft werden.
Für das rund 200 km lange Autobahnnetz in Ostwestfalen-Lippe ist die Bezirkregierung die zuständige Straßenverkehrsbehörde, so dass sie auch den Vorsitz der "Unfallkommission Autobahn" innehat. In den letzten Jahren ist ein kontinuierlicher Rückgang der Unfallhäufungsstellen auf den Autobahnen festzustellen. Wurden vor fünf Jahren noch insgesamt neun Unfallhäufungsstellen auf den Autobahnen des Bezirks gezählt, so war es im Jahr 2008 nur noch eine einzige. Auch die Gesamtzahl der schweren Unfälle ist immer weiter zurückgegangen. Dazu trugen die von der Unfallkommission beschlossenen Maßnahmen (z. B. Fahrbahnerneuerung, Geschwindigkeitsbegrenzung, LKW-Überholverbot, Änderung der Fahrbahnmarkierung) aber auch die polizeilichen Überwachungen wesentlich bei.
Für einen sicheren Verkehrsablauf ist ein technisch einwandfreier Zustand der Verkehrseinrichtungen auf den Straßen erforderlich. Da sich der Zustand der Verkehrszeichen, der Fahrbahnmarkierungen und anderer Verkehrseinrichtungen im Laufe der Zeit durch Verschmutzung, Bewuchs oder Abnutzung verschlechtern kann, ist eine regelmäßige Kontrolle notwendig. Zu diesem Zweck werden turnusmäßige Verkehrsschauen durchgeführt. Diese finden teilweise auch nachts statt, um die Erkennbarkeit der Verkehrszeichen und Verkehrsführungen im Dunkeln überprüfen zu können. Die Verkehrsingenieure der Bezirksregierung achten darauf, dass Verkehrschauen von den Kreisen und Kommunen regelmäßig durchgeführt werden. Für die Überprüfung der Verkehrseinrichtungen auf den Autobahnen ist die Bezirksregierung direkt zuständig.
Zu viele Verkehrsschilder können die Verkehrsteilnehmer irritieren und damit zu einem Problem für die Verkehrssicherheit werden. Auch hier gilt, dass weniger oft mehr sein kann. Deshalb bittet die Bezirksregierung in regelmäßigen Abständen die örtlichen Behörden der Kreise und Kommunen, ihren jeweiligen Schilderwald zu durchforsten. Mit Erfolg: In den vergangenen 10 Jahren konnten in Ostwestfalen-Lippe mehr als 30.000 Verkehrsschilder abgebaut werden.
Auf Initiative der Bezirksregierung wurde am 13.02.2008 das regionale Netzwerk für Verkehrssicherheit gegründet. Die teilnehmenden Kreise und Kommunen aus Ostwestfalen-Lippe wollen sich aktiv für eine Verbesserung der Verkehrssicherheit und eine sichere und eigenständige Mobilität ihrer Bürgerinnen und Bürger einsetzen. Das Netzwerk dient dabei als Plattform für den Erfahrungsaustausch. Dort wird z. B. besprochen, wie auf lokaler Ebene möglichst viele verwaltungsinterne und externe Akteure (z. B. Schulen, Verbände, Vereine, Verkehrsclubs etc.) in die Verkehrssicherheitsarbeit einbezogen werden können. Koordiniert werden die Netzwerkaktivitäten durch eine Geschäftsstelle, die mit finanzieller Unterstützung des Landes bei der Stadt Bad Oeynhausen eingerichtet wurde. Dort steht den teilnehmenden Kreisen und Kommunen Frau Christina Trappmann als Ansprechpartnerin mit Rat und Tat zur Seite (Tel.: 0 57 31 / 14–33 34, E-Mail: c.trappmann@badoeynhausen.de). Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite Netzwerk Verkehrssicheres Nordrhein-Westfalen und der dortigen regionalen Netzwerkseite zum Regierungsbezirk Detmold.
Die Ergebnisse einer im Jahr 2006 von der Bezirksregierung durchgeführten Fachtagung mit dem Thema "Vision Zero – Neue Wege der Verkehrssicherheitsarbeit in Ostwestfalen-Lippe" können Sie hier nachlesen.
Leitung
Reinhard Weitz
05231 71-2505
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Verkehrsingenieur
Klaus Everding
05231 71-2511
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Verkehrsingenieur
Wolfram Mischer
05231 71-2512
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Verkehrsingenieurin
Elisabeth Strunk-Tielker
05231 71-2513
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Förderung von Verkehrssicherheitsaktionen
Sascha Jeromin
05231 71-2524
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