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Handlungsbedarf für den Hochwasserschutz

Deiche in Schlüsselburg und Hävern müssen saniert werden

Detmold/Petershagen (29. März 2017). Die Bezirksregierung Detmold, die Stadt Petershagen und der Wasserband Weserniederung haben am Montag- und Dienstagabend, 27. und 28. März, bei Bürgerveranstaltungen in Petershagen über die erforderliche Sanierung der Weserdeiche bei Schlüsselburg und Hävern informiert. Eine neue Bewertung hat ergeben, dass die Sicherheit der Deiche nicht mehr gegeben ist. Zur Gefahrenabwehr und zum Schutz der Bevölkerung vor Hochwasser müssen Maßnahmen umgesetzt werden.

 

Die Situation in Schlüsselburg

Ein Gutachten war im Januar dieses Jahres zu dem Ergebnis gekommen, dass der Deich in Schlüsselburg die Anforderungen an den Hochwasserschutz nicht mehr erfüllt. Bei Hochwasser könnte der Deich infolge von durchsickerndem Wasser versagen und das geschützte Gebiet bis zu einer Höhe von 1,50 bis 2,0 Meter überschwemmt werden. Von einem Deichversagen wären rund 500 Bewohner in Schlüsselburg betroffen. Der Ortsteil wird durch einen geschlossenen Ring vor Hochwasser geschützt. Der Deich schließt auf beiden Seiten an den Schifffahrtskanal an. Ein kurzer Abschnitt von circa 400 Metern liegt in Niedersachsen.

Standsicherheit fehlt

Neben der fehlenden Standsicherheit im Fall eines Hochwassers stuft das Gutachten auch die in einem Abschnitt auf der Deichkrone stehenden Bäume als Gefahr für den Deich ein. Denn bei aufgeweichtem Boden und starkem Wind könnten diese umstürzen, dabei Krater in den Boden reißen und so den Deich zusätzlich schwächen.

Bei einer Sicherheitsüberprüfung im Jahr 2000 war der Deich zwar als ausreichend standsicher beurteilt worden. Zugleich stellten die Experten damals aber fest, dass das Bauwerk nicht mehr den aktuellen Regeln der Deichbautechnik entsprach.

 

Die Situation in Hävern

Ein Gutachten war im Januar dieses Jahres zu dem Ergebnis gekommen, dass der Deich in Hävern die Anforderungen an den Hochwasserschutz nicht mehr erfüllt. Bei Hochwasser könnte der Deich infolge von durchsickerndem Wasser versagen und die betroffenen Gebäude in Hävern bis zu einer Höhe von 30 Zentimetern eingestaut werden. Von einem Deichversagen wären rund 27 Gebäude – davon neun in Nordrhein-Westfalen und 18 in Niedersachsen – betroffen.

Standsicherheit fehlt

Neben der fehlenden Standsicherheit im Fall eines Hochwassers stuft das Gutachten auch die nicht überall erreichte Sollhöhe als problematisch für den Deich ein. Dieser müsste teilweise um bis zu 80 Zentimeter höher sein.

Bei einer Sicherheitsüberprüfung im Jahr 2000 war der Deich zwar als ausreichend standsicher beurteilt worden. Zugleich stellten die Experten damals aber fest, dass das Bauwerk nicht mehr den aktuellen Regeln der Deichbautechnik entsprach. Deshalb wurde die erforderliche Sanierung geplant.

 

Neubewertung der Deiche

Nach den Hochwasserereignissen der letzten Jahrzehnte in Deutschland wurden die Anforderungen an die Deiche verschärft. Im Rahmen dieser aktuellen Prüfung kamen die Experten zu dem Ergebnis, dass die Deiche nicht mehr standsicher sind. In diese Neubewertung flossen einschlägige neue Erfahrungen und Erkenntnisse aus anderen hochwassergefährdeten Regionen ein. „In Deutschland sind in den vergangenen Jahren entlang großer Flüsse vermehrt Hochwasser aufgetreten. Diese Hochwasserszenarien haben zwischenzeitlich zu verfeinerten Kriterien für die Sicherheit von Deichen und zu strengeren Vorschriften geführt. Die Fachleute können die Sicherheit von Deichen heute deutlich besser beurteilen und zuverlässiger einschätzen“, informierte Diplom-Ingenieur Klaus Flachmeier von der Bezirksregierung Detmold.

Stadt kann Förderung beantragen

Für den Hochwasserschutz in Petershagen ist die Stadt zuständig. Dem Wasserverband Weserniederung obliegt die Aufgabe der Deichunterhaltung, die er von  der Stadt Petershagen übertragen bekommen hat. Für die Sanierung des Deiches kann die Stadt Petershagen eine Förderung beim Land NRW beantragen.

Für den Deich in Schlüsselburg wird der Wasserverband Weserniederung zusammen mit der Stadt Petershagen ein Konzept erstellen, in dem die Vorgehensweise und die zu treffenden organisatorischen und Hochwasserschutzmaßnahmen beschrieben werden. Bei der Konzepterstellung sollen auch die Anwohner eingebunden werden.

Für den Deich in Hävern wird der Wasserverband zunächst einen Sonder-Hochwassereinsatzplan erarbeiten lassen, der konkrete Maßnahmen zur Gefahrenabwehr inklusive der erforderlichen Ressourcen wie Personal und Material, die Abläufe sowie konkrete Überwachungsroutinen umfasst. Darüber hinaus wird ein Ingenieurbüro mit der Planung der Deichsanierung beauftragt werden. Der Wasserverband und die Stadt prüfen unter anderem, ob im akuten Hochwasserfall und auch dauerhaft durch Objektschutzmaßnahmen der Hochwasserschutz für Hävern zu gewährleisten wäre. Dazu wäre dann zu prüfen, ob der Wasserverband aus seiner Pflicht der Deichsanierung durch die Bezirksregierung, auch unter Beteiligung der niedersächsischen Stellen, befreit werden könnte.

Zu den Mitgliedskommunen des Wasserverbands Weserniederung zählen die Stadt Petershagen, die Stadt Minden, die Gemeinde Hille (Teilfläche), die Stadt Lübbecke (Teilfläche) sowie die Stadt Porta Westfalica (nördlich des Wiehengebirges). Der Bürgermeister der Stadt Petershagen ist zugleich Verbandsvorsteher des Wasserverbandes. Die Bezirksregierung Detmold führt die Gewässeraufsicht am Deich in Petershagen und ist zudem für das Planfestfeststellungsverfahren sowie die Bewilligung von Fördermitteln zuständig.

 

Podiumsteilnehmer:

  • Lutz Kunz, Abteilungsleiter für Umwelt bei der Bezirksregierung Detmold
  • Birgit Rehsies, Leitung des Dezernats für Wasserwirtschaft bei der Bezirksregierung Detmold
  • Klaus Flachmeier, Dezernent für Wasserwirtschaft (Hochwasserschutz) bei der Bezirksregierung Detmold
  • Elmar Brömse, Dezernat für Wasserwirtschaft (Hochwasserschutz) bei der Bezirksregierung Detmold
  • Dieter Blume, Bürgermeister der Stadt Petershagen
  • Joachim Weike, Geschäftsführer des Wasserverbands Weserniederung

 

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