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Fallende Wasserstände der Sennebäche im Blick

Detmold (23. August 2017). Aktuell betreut die Gewässerkunde Senne unter der wasserwirtschaftlichen Regie der Bezirksregierung Detmold mit zwei Mitarbeitern in Bielefeld-Sennestadt circa 1.300 Grundwassermessstellen (1930 waren es 345), 46 Gewässerpegel (1930 war es ein Pegel) und 13 Niederschlagsstationen (1930 waren es vier Stationen). Die Fläche des Beobachtungsgebietes beträgt circa 1.200 Quadratkilometer und umfasst auch den gesamten Truppenübungsplatz  Senne und Teile der Kreise Gütersloh, Paderborn, Lippe sowie der kreisfreien Stadt Bielefeld. Derzeit sind 18 Mitglieder im „Sennefonds“ vertreten.

Über die erhobenen Daten wird von der Gewässerkunde Senne für die Mitglieder und Fachbehörden ein gewässerkundlicher Jahresbericht dynamisch fortgeschrieben, der den Zustand und die wasserwirtschaftliche Entwicklung in der Senne abbildet. Darüber hinaus bilden die hier gewonnenen Daten eine wichtige und notwendige Grundlage für behördliche Entscheidungen über die Nutzung des Grundwassers, zum Beispiel für die Trinkwasserversorgung oder Brauchwassernutzung durch die Industrie.

Der „Sennefrieden“ zwischen den Landwirten und der Wasserversorgung ist so - damals wie heute - durch eine transparente Datenerhebung und -bewertung gesichert. Im vergangenen Kalenderjahr 2016 betrug die gesamte in der Senne geförderte Grundwassermenge circa 32 Millionen Kubikmeter. „Aktuell ist im Beobachtungsgebiet ein fallender Trend der Grundwasserstände zu verzeichnen, der fast ausschließlich auf klimatische Faktoren zurückzuführen ist“, erklärt der verantwortliche Wasserwirtschaftsingenieur der Gewässerkunde Senne, Reinhard Wittig. „Vor allem der fehlende Niederschlag in den Wintermonaten, in denen die Grundwasserneubildung im Allgemeinen stattfindet, trägt zu den fallenden Wasserständen bei, was in gleichem Maße auch für die Sennebäche gilt. Diese Entwicklung müssen wir weiter sorgsam beobachten.“

Zum Hintergrund

Es waren der Verleihungsantrag für das Wasserwerk III (Flugplatzgelände Windelsbleiche) der Stadt Bielefeld vom 14. März 1928, sowie der etwa zur gleichen Zeit gestellte Antrag zur Förderung von Grundwasser der Firma Windel in Windelsbleiche, die zahlreiche Klagen seitens der ansässigen Landwirte auslösten. Es entstand Streit um das kostbare Wasser in der Senne, so dass manche sogar den „Sennekrieg“ um das Grundwasser befürchteten. Als sogenannter „Schiedsrichter“ zwischen diesen Parteien sollte deshalb eine objektiv ermittelnde gewässerkundliche Stelle entstehen, die innerhalb des Entnahmegebietes Grundwassermessstellen, Abflusspegel und Niederschlagsstationen einrichten und kontinuierlich beobachten sollte - als Grundlage für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Grundwassers in der Senne.

So wurde die „Gewässerkunde Senne“ am 1. Oktober 1929 zur Erhaltung des „Sennefriedens“ gegründet und nahm ihren Dienst als Außenstelle des damaligen Kulturbauamtes Minden im Bielefelder Süden auf. Erste Gründungsmitglieder waren die Stadt Bielefeld und die Firma Windel. Die Anzahl der Mitglieder wuchs in den Folgejahren stetig. Die Finanzierung des Beobachtungsdienstes zur Bewertung des Wasserhaushaltes der Senne erfolgt bis heute einerseits über den „Sennefonds“, in den Mitgliedsbeiträge der teilnehmenden öffentlichen Wasserversorger und Gewerbebetriebe eingezahlt werden, und andererseits über öffentliche Landesmittel. Ein steigender Wasserbedarf seitens der Stadt Bielefeld, neue Gewinnungsanlagen der umliegenden Gemeinden und Eigenwasserförderung vieler Betriebe innerhalb des Sennegebietes erweiterten fortlaufend das Aufgabenfeld und Arbeitsgebiet der Gewässerkunde Senne.

Zum besseren Verständnis der wasserwirtschaftlichen Zusammenhänge entstand in Sennestadt im Jahr 1955 eine wägbare Lysimeteranlage mit Klimastation, deren Betreuung die Gewässerkunde übernahm. Die Anlage diente der Beantwortung der Frage, wieviel Wasser unter den klimatischen Randbedingungen dem Grundwasser zusickert und damit für die Trink- und Brauchwasserversorgung zur Verfügung steht. Die Lysimeteranlage wird mittlerweile nicht mehr benötigt, dafür wurde die Klimastation mit ihrer digitalen Messwerterfassung weiter ausgebaut.

Weitere Informationen finden Interessierte im aktuell erschienenen Jahresbericht unter: www.bezreg-detmold.nrw.de/500_Service/010_Broschuerenbestellung

 

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