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Zahlen zur Schullandschaft

Schuljahresstart in Ostwestfalen-Lippe

Detmold (28. August 2017). Mehr als 280.000 Schülerinnen und Schüler in Ostwestfalen-Lippe drücken ab Mittwoch, 30. August, wieder die Schulbank. Für knapp 18.000 von ihnen ist es der Start in ihre Bildungskarriere: 17.883 i-Dötze sind an den öffentlichen Grundschulen in Ostwestfalen-Lippe angemeldet (Vorjahr: 17.973). Die Zahl der Anmeldungen geht damit leicht zurück (-90).

Der Blick auf die regionale Verteilung der Erstklässler zeigt, dass die Bielefelder öffentlichen Grundschulen einen leichten Zuwachs verzeichnen (+77 Anmeldungen), ebenso wie die Grundschulen im Kreis Höxter (+19). An den Grundschulen in den Kreisen Herford (-82), Paderborn (-74), Minden-Lübbecke (-29), Lippe (-21) und Gütersloh (-20) gehen die Anmeldezahlen zurück. Wie viele Kinder tatsächlich in den neuen ersten Klassen sitzen, zeigt erst die amtliche Schulstatistik im November.

Auch bei den weiterführenden Schulen wird über alle Schulformen und in allen Kreisen Ostwestfalen-Lippes ein leichter Rückgang der Anmeldezahlen deutlich (-1,77 Prozent). Grund ist der unveränderte Rückgang an Schülern. So besuchten beispielsweise im Schuljahr 2012/13 noch 331.249 Kinder und Jugendliche die öffentlichen und privaten Schulen in der Region. Im vergangenen Schuljahr waren es mit 309.808 Schülern etwa 21.500 weniger. Zusätzlich zu diesem Schülerschwund gibt es eine Umverteilung zwischen den verschiedenen Schulformen. Neben dem drastischen Rückgang bei den Hauptschulen (- 41 Prozent seit 2012/13) verzeichneten die öffentlichen Realschulen im vergangenen Schuljahr etwa 11.500 weniger Kinder als vor drei Jahren. Auch die Gymnasien der Region haben seitdem etwa 9.000 Schüler verloren. Zuwachs hingegen verzeichnen die Gesamtschulen: Sie bekamen etwa 8.500 Kinder hinzu.

Doch was ist die beliebteste weiterführende Schulform in Ostwestfalen-Lippe? Trotz der veränderten Schülerzahlen sind dies weiterhin die Gymnasien. Das machen die Schulübertritte von der Primar- in die Sekundarstufe I (Anmeldungen) deutlich. Ein Drittel (5.603) der 16.810 neuen Fünftklässler sind an den öffentlichen Gymnasien im Regierungsbezirk Detmold angemeldet. Die Gesamtschulen erreichen ein knappes Drittel (5.411) und folgen dichtauf an zweiter Stelle. Die Realschulen der Region verzeichnen 4.029 Anmeldungen (Vorjahr 4.046). Sekundarschulen,  Haupt- und Gemeinschaftsschulen liegen mit 1.470, 128, und 94 Anmeldungen weit dahinter.

Lehrereinstellungen erneut auf hohem Niveau

Der weiterhin rückläufigen Schülerschaft steht ein in etwa gleichbleibend großer Personalkörper bei den Lehrkräften gegenüber. Zum Ende des vergangenen Schuljahres gewährleisteten 21.932 Lehrerinnen und Lehrer den Unterricht in Ostwestfalen-Lippe. Vor drei Jahren, im Schuljahr 2012/13, waren es mit 22.213 Pädagogen in etwa gleich viele. Sie hatten jedoch ungefähr 21.000 Schülerinnen und Schüler mehr in ihren Klassen (Gesamtschülerzahl: 331.249).

Veränderungen gibt es in den Kollegien der einzelnen Schulformen. Am deutlichsten in den Gesamtschulen der Region: 191 mehr Lehrkräfte waren dort im Oktober 2016 tätig als zum Stichtag des Vorjahres im Oktober 2015. An zweiter Stelle folgen die Sekundarschulen mit einem Plus von 159 Lehrkräften. Prozentual betrachtet gibt es bei den Gemeinschaftsschulen (+32,85 Prozent), bei der Primusschule in Minden (+32,36 Prozent) und wiederum bei den Sekundarschulen (+27,65 Prozent) die größte Bewegung. Ein Minus im Lehrkörper verzeichnen demgegenüber die Förderschulen (-138), Gymnasien (-120) und Realschulen (-91). Ursachen hierfür sind Schulschließungen und ein weiter andauernder Generationswechsel in den Kollegien.

Die Bezirksregierung hat zum neuen Schuljahr 411 neue Lehrerinnen und Lehrer an den öffentlichen Schulen eingestellt. Den stärksten Zuwachs verzeichnen die 39 Gesamtschulen mit 104 Einstellungen, gefolgt von den 309 Grundschulen (71 Einstellungen) und den 55 Gymnasien (60 Einstellungen). Weitere 18 Stellen sind derzeit im Ausschreibungsverfahren.

Über das gesamte Kalenderjahr 2017 sind bisher 918 Lehrkräfte an den 612 öffentlichen Schulen im Bezirk neu verpflichtet worden. Die Einstellungen liegen damit im zweiten Jahr in Folge auf hohem Niveau (2016: 970) und erneut deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2015 (etwa 630).

Die Bezirksregierung unterstützt die Schulen auch bei der Bewältigung besonderer Aufgaben. So wurden für den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen 22 Sonderpädagoginnen und -pädagogen vornehmlich an Grund- und Gesamtschulen neu eingestellt (Vorjahr: 22).

Zahl der Sprachfördergruppen nimmt weiter zu

Eine deutliche Veränderung zum neuen Schuljahr gibt es bei der Zahl der Schüler in Sprachfördergruppen. 10.800 Kinder und Jugendliche lernen von Mittwoch an in solchen Gruppen oder in der Einzelintegration Deutsch. Zum Start des vergangenen Schuljahres waren es 7.900, also knapp 3.000 weniger. Der größte Teil der Sprachintegration findet in den Grundschulen der Region statt (4.359 Schüler, 279 Gruppen). Dort hat es mit 1.452 Schülern auch den größten Zuwachs gegeben. Am zweitstärksten ist der Anstieg in den Berufskollegs der Region (+674).

Einen erheblichen Anteil leisten neben den Grundschulen die 108 Haupt- und Realschulen: 2.453 Schüler in 163 Gruppen machen sich dort fit für den Regelunterricht. An den 113 Gymnasien und Gesamtschulen werden insgesamt 1.767 Schüler in 119 Gruppen in Deutsch unterrichtet. Die Berufskollegs verhelfen aktuell 1.867 Schülern in den Regelunterricht.

Sprachförderunterricht umfasst grundsätzlich mindestens zwölf Wochenstunden. Er richtet sich an Kinder und Jugendliche ohne ausreichende Deutschkenntnisse. Eine Sprachfördergruppe setzt sich aus zwölf bis 15 Kindern zusammen. Die Schüler besuchen die restliche Wochenunterrichtszeit über den Regelunterricht. Die Bezirksregierung Detmold ist eine Schnittstelle bei der Einrichtung dieser Fördergruppen in OWL. Ihre Rolle ist die einer Moderatorin und Beratungsstelle. Koordiniert wird die Einrichtung von den Kommunalen Integrationszentren der Kreise und der Stadt Bielefeld. Zum Schuljahresstart gibt es 705 solcher Gruppen in Ostwestfalen-Lippe (2016/17: 474)

Inklusion: jeder dritte Förderschüler besucht Regelschule

„Mein Kind hat sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf. Wo ist der beste Lernort?“ Immer mehr Eltern sehen die Antwort darauf in den Regelschulen der Region. So weist die Planungszahl der im Gemeinsamen Lernen beschulten Kinder eine weitere Steigerung gegenüber dem Vorjahr auf. 5.608 Schüler werden es zum Schuljahresstart voraussichtlich sein, 723 mehr als im Vorjahr. Auch der Anteil der integrativ beschulten Kinder an allen Schülern mit Unterstützungsbedarf ist folglich gestiegen: Im vergangenen Schuljahr lag er bei 36 Prozent. Damit besucht jeder dritte Förderschüler in Ostwestfalen-Lippe eine Regelschule.

Die Zunahme an Inklusionskindern zu jedem neuen Schuljahr flacht seit Inkrafttreten des neunten Schulrechtsänderungsgesetzes im Schuljahr 2013/14 jedoch etwas ab: von 19,6 Prozent vom Schuljahr 2013/14 auf 14/15 bis auf etwa 14 Prozent zum vergangenen Schuljahr (15/16 auf 16/17). Mit dem neunten Schulrechtsänderungsgesetz hatte das Land die ersten Schritte auf dem Weg zur inklusiven Bildung an allgemeinen Schulen in NRW gesetzlich verankert. Schülerinnen und Schülern mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung soll grundsätzlich immer ein Platz an einer allgemeinen Schule angeboten werden.

Gegenüber dem Gemeinsamen Lernen in Regelschulen besucht der größere Anteil von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf weiterhin die 76 Förderschulen im Regierungsbezirk: 10.217 waren es im vergangenen Schuljahr,  geringfügig weniger als im Jahr zuvor (10.408). Der Umbau der Förderschullandschaft indes setzt sich fort, wenn auch mit abnehmender Intensität. Fünf Förderschulen in Ostwestfalen-Lippe befinden sich derzeit in der Auflösung. Zum Vergleich: Anfang des vergangenen Schuljahres hatten elf Einrichtungen ihre Türen geschlossen – entweder als Ende ihrer auslaufenden Auflösung oder als sofortige Schließung.

Umbau der Schullandschaft abgeschlossen

Mit Blick auf die gesamte Schullandschaft ergibt sich zum neuen Schuljahr nur wenig Neues. Die Veränderung der Schullandschaft ist größtenteils vollzogen. Lediglich die Zahl der Hauptschulen verringert sich kontinuierlich weiter. Drei beginnen jetzt mit ihrer auslaufenden Auflösung, zwei weitere haben zum Ende des vergangenen Schuljahres ihren Betrieb eingestellt. Neu gegründet wurde eine Gesamtschule: das „Forscherhaus“ in Bünde.

Insgesamt betrachtet zeigt sich, dass die 309 Grundschulen die Hälfte der öffentlichen Schulen im Regierungsbezirk stellen. Bei den weiterführenden öffentlichen Schulen ist das Gymnasium die häufigste Schulform (55 Schulen mit Eingangsklassen). Es folgt die Förderschule (48 mit EK), Realschule (43 mit EK), Gesamtschule (39 mit EK) und Berufskollegs (30 mit EK).

Das Feld der Schulen in privater Trägerschaft wird hingegen von Berufskollegs (25 mit EK) und Förderschulen (23 mit EK) dominiert. Das Gymnasium folgt mit 14 Einrichtungen. Private Grundschulen sind selten in Ostwestfalen-Lippe (18 mit EK).

 

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